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02.10.2017 14:22 Alter: 48 days

Bundesweites Vernetzungstreffen der Friedensgebetsgruppen

Das 22. Bundesweite Vernetzungstreffen der Friedensgebetsgruppen fand in diesem Jahr vom 8. – 10. 9. 2017 in Dresden statt.


 

Vernetzungstreffen Teilnehmer

Die Tagung stand unter dem Thema „Wir sind nicht so machtlos wie wir denken!“. Damit beschäftigte sich in seinem Impuls-Vortrag Professor Dr. Harald Wagner, Theologe und Sozialwissenschaftler von der Evangelischen Hochschule Dresden. Der Referent war wegen seiner systemkritischen Einstellung jahrelang von der Stasi abgehört worden und musste wegen „staatsfeindlicher Umtriebe“ ein Jahr im Gefängnis aushalten. Anfang der ‘80er-Jahre kam er mit der Friedensarbeit in Kontakt über die FriedensDekade, den Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und über den Weltgebetstag und beteiligte sich an den Montagsdemonstrationen in Leipzig.

Dr. Wagner konnte aufzeigen, dass trotz fortschreitender Säkularisierung wesentliche Elemente des christlichen Gedankenguts und der Friedensethik in den Verfassungen und internationalen Konventionen festgeschrieben sind, wie z.B. in der Kinderrechts-, Behinderten- und Flüchtlingskonvention. Die Wirkung der Friedensgebete verglich er mit dem sog. „Schmetterlingseffekt“: Der Schmetterling bemerkt bei seinem Flügelschlag nicht, dass er etwas verändert hat. Friedensgebete vermitteln Informationen, sensibilisieren, stärken das Gemeinschaftsgefühl und aktivieren dazu, sich für den Frieden einzusetzen.

Vernetzungstreffen Schild

In drei Gruppen fanden nach dem Vortrag Gespräche statt zu den Themen „Friedens- und Erinnerungsarbeit in Dresden“, „Fremd sein in Dresden“ und „Interreligiöse Arbeit“. Die Organisatorinnen Annemarie Müller und Elisabeth Naendorf vom Dresdener Ökumenischen Informationszentrum führten die Tagungsteilnehmer durch die Stadt mit den Betrachtungsschwerpunkten „Friedenswege“ und „Ökumene“. Den Abschluss bildete ein ökumenischer Gottesdienst in der Evangelisch-Reformierten Gemeinde. Diplomtheologin Naendorf stellte den Gedanken „Stell dir vor, es ist Frieden, weltweit“ in den Mittelpunkt ihrer Predigt.