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05.03.2009 15:43 Alter: 9 yrs

Sommertheater 2009

Mit dem Theaterstück „Die Nashörner“ des rumänisch-französischen Dramatikers Eugène Ionesco gehen die Absolventen der Ausbildung Spiel- und Theaterpädagogik 2008-2009 in diesem Sommer auf Tournee durch Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg und werden es zum 1.Mitteldeutschen Kirchentag im September in Weimar erneut aufführen.


„Wir auch, wir können auch Mut haben. Es gehört übrigens gar nicht viel dazu. Es kommt ganz allein, mit der Zeit, mit etwas Geduld.“1

 

Mit dem Theaterstück „Die Nashörner“ des rumänisch-französischen Dramatikers Eugène Ionesco gehen die Absolventen der Ausbildung Spiel- und Theaterpädagogik 2008-2009 in diesem Sommer auf Tournee durch Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg und werden es zum 1.Mitteldeutschen Kirchentag im September in Weimar erneut aufführen.

Das Stück beschreibt die Verwandlung einer gesamten Stadt in Nashörner. Dieser Prozess wird anfangs nur von einigen wenigen wahrgenommen. Jedoch letztlich erfasst er alle, mit Ausnahme des Protagonisten. Weder Warnungen noch Hinweise der Hauptfiguren können diesen Vorgang aufhalten, da ihnen nicht geglaubt wird. Jede Verwandlung ist dabei Zeichen der Entmenschlichung und des Verlustes der Individualität der Figuren.

Das zentrale Thema des Stückes ist die Verantwortung des Menschen sowohl für seinen Mitmenschen, als auch für seine eigenen Taten. Es geht um den Widerspruch zwischen vollkommener Gleichschaltung und dem Versuch sein eigenes Leben zu leben, um die Wahl den leichteren Weg zu gehen und sich anzuschließen oder seinen Idealen treu zu bleiben.

Das Theaterstück übt Kritik an sämtlichen totalitären Regimen und am Verhalten der dazugehörigen Massen, die widerstandslos folgen, indem es aufzeigt wie diese Regime die Orientierung des Menschen angreifen und Einzelpersonen in Herdentiere verwandeln, die man kaum unterscheiden kann. Die Ausbreitung des politischen Fanatismus wird einer Epidemie gleichgesetzt. Dadurch wird gezeigt, wie leicht Menschen zu beeindrucken sind und deren politische Verführbarkeit zum Extremen dargestellt.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass allein mit Rationalität und Logik die Welt sich nicht erklären lässt und dass es Mut, Zivilcourage und Engagement erfordert, Verantwortung zu übernehmen.

Der Arbeitsbereich Spiel, Theater, Medien im Referat Gestaltende Verkündigung des Kinder- und Jugendpfarramtes der EKM, bietet eine Ausbildung zum Spiel- und Theaterpädagogen/Pädagogin an.

Spiel- und Theaterpädagogik will Anregungen für ein anspruchsvolles Spiel bieten, bei dem die Akteure zugleich sich selbst und andere(s) neu entdecken können. Theaterpädagogen/innen arbeiten im Schnittpunkt von Darstellender Kunst, Spiel, Pädagogik und Therapie und befinden sich somit auf einem komplexen Gebiet, das ihnen eine Fülle an Kompetenzen abverlangt.

Unsere Fortbildung will diese Kompetenzen erweitern helfen. Sie will nicht nur dazu beitragen, den Spaß am Spiel (wieder) zu entdecken und die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten - durch Erfahrungen mit den unterschiedlichen Arbeitsweisen und Genres des Theaters - zu erweitern, sondern sie will vor allem auch Anstöße für eine eigene, anspruchsvolle Theaterarbeit (z.B. in der Gemeinde, der Schule, Kultur- und Sozialarbeit und Erwachsenenbildung) vermitteln, sowie die Reflexion der eigenen theaterpädagogischen Praxis vertiefen helfen. Im Herbst 2009 beginnt der zwölfte Ausbildungsgang. Er richtet sich an alle, die Theaterarbeit im beruflichen oder privaten Rahmen initiieren wollen, insbesondere MitarbeiterInnen in den Gemeinden.

Das Sommertheater 2009 „Die Nashörner“ will einen Beitrag zur Kampagne „Gesegnete Unruhe“ leisten. Zwischen dem 25. Juli und 1. August 2009 besteht noch die Möglichkeit es in ihre Gemeinde einzuladen.

Weitere Informationen unter: rhinozeros.blogspot.com

Sabine Kappelt

Kinder- und Jugendpfarramt der EKM

1 Zitat aus „Die Nashörner“ von Eugene Ionesco