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06.06.2009 13:05 Alter: 8 yrs

Amadeu Antonio Stiftung startete Kampagne "Kein Ort für Neonazis in Thüringen"

Die Amadeu Antonio Stiftung fürht eine Kampagne „Kein Ort für Neonazis in Thüringen“ durch. Bis zum 30. August können sich Jugendliche mit einem Projekt bewerben, um sich im Vorfeld der thüringischen Landtagswahlen für mehr Demokratie stark zu machen.


Im Superwahljahr 2009 wird am 30. August in Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Nach den Wahlerfolgen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ist zu befürchten, dass die NPD auch in den thüringischen Landtag einziehen könnte. Um dies zu verhindern, startet die Amadeu Antonio Stiftung die Kampagne „Kein Ort für Neonazis in Thüringen“. Mit finanzieller Unterstützung durch die Stiftung Umverteilen und in Kooperation mit mehreren Partnern vor Ort werden kleine Projekte gegen Rechtsextremismus gefördert.

Auf einer Pressekonferenz im Gemeindezentrum der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen in Erfurt, anlässlich des offiziellen Starts der Kampagne, wurde deutlich, warum sich die Stiftung 2009 besonders in Thüringen engagiert: In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sitzt die NPD im Landtag, und es hat sich in diesen Bundesländern in den letzten Jahren eine starke rechtsextreme Szene entwickelt. Andererseits haben Zivilgesellschaft und Politik darauf reagiert und es geschafft, zumindest in Sachsen ein breites Bündnis für Demokratie und gegen Rechtsextremismus aufzubauen. „Solche ermutigenden Strukturen“, so Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, „gibt es in Thüringen so noch nicht“. Zwar existierten im Freistaat zahlreiche kleinere und einige größere Organisationen, doch von einer gut vernetzten Initiativenlandschaft gegen Rechts könne noch nicht gesprochen werden. Zudem sei Thüringen das einzige ostdeutsche Bundesland ohne Landesprogramm gegen Rechtsextremismus. „Wenn wir aber nicht wollen, dass Rechtsextremismus und Rassismus das Klima im Freistaat bestimmen, dann müssen wir eben selbst etwas dagegen tun“, so Kahane. „Nicht, dass sich hinterher alle wundern, sollte die NPD auch in Thüringen mit Wahlerfolgen glänzen.“

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