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11.01.2013 11:28 Alter: 5 yrs

Verlinkt oder Verloren? Evangelische Jugendarbeit und Social Media

Die jährliche „Fachkonferenz Jugendarbeit“ fand vom 7. bis 10. Januar in Bad Blankenburg statt. 140 Mitarbeiter/innen der Evangelischen Jugendarbeit befassten sich mit den Möglichkeiten & Chancen des „web 2.0“.


Fachkonferenz Jugendarbeit Mo 7.1. – Do 10.1. 2013

Verlinkt oder Verloren? Evangelische Jugendarbeit und Social Media

In einem einleitenden Vortrag  warb der Greifswalder Medienwissenschaftler Prof. Dr. Rosenstock für die vielen Möglichkeiten, die die neuen Medien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bieten. „Die Christen waren schon immer eine virtuelle Gemeinschaft“. Mit dieser Aussage machte er deutlich, dass es gedankliche Anknüpfungsmöglichkeiten aus kirchlicher Tradition an diese, Erwachsenen meist fremde Lebenswelt gibt. Vera Lohel vom Evangelischen Kinder- und Jugendbildungswerk hatte zuvor anhand aktueller Studien einen Überblick über das Medienverhalten der Kinder und Jugendlichen gegeben. „Die Nutzung von Internet, Facebook und Smartphone ist für die Jugendlichen selbstverständlicher Teil ihres Lebens“ fasste sie zusammen. Rosenstock bezeichnete „das Handy als ein Teil ihres Körpers“, auch wenn das für ältere schwer nachvollziehbar ist, weil die Veränderung des Umgangs damit eine rasante Entwicklung der letzten 15 Jahre war.

Die anschließende Diskussion zwischen Carsten Eckart von der Thüringer Piratenpartei und dem Schriftsteller Christoph Kuhn – einem ständig online seienden „digital native“ und einem , der sich bewusst Auszeiten nimmt – zeigte die breite Palette im Umgang mit Medien und dem web 2.0. Das Spannungsfeld in dieser Diskussion ist auch das Spannungsfeld, in dem sich die evangelische Jugendarbeit mit ihren Angeboten positionieren muss.

Wie das praktisch geht, wurde in mehreren Workshops ausprobiert. Themen mit „Geocaching“ entfalten, „facebook“ für Anfänger und Fortgeschrittene, „Computergames“, Tools und Tricks von Doodle bis WebEx standen zur Auswahl. Mit „Cybermobbing“ und „Nazis im Netz“ werden aber auch Gefahren und Probleme thematisiert. Dass dabei das hauseigene WLAN-Netz wegen Überlastung zusammenbrach, war die Folge der intensiven Arbeit.

In drei vertiefenden Diskussionen über Beteiligung und Exklusion, Sicherheit und Freiheit und geschlechterspezifische Aspekte wurden grundlegende Fragen analysiert. Ralf Reichert von der Verbraucherzentrale informierte über „Rechtsfragen im Netz“ und mit einer „Bibelarbeit Gott 2.0“ beendete die Rundfunkbeauftragte der EKM, Ulrike Greim, die Tagung.

Das Thema hatte rund 40 Mitarbeitende mehr als in den vergangenen Jahren zu der Fachkonferenz gelockt. Mit vielen Erkenntnissen, aber auch neuen Anregungen für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, fuhren sie wieder nach Hause, nun klarer die Möglichkeiten und Chancen, aber auch die Probleme im Blick.

Eine Tagungsdokumentation wird in den nächsten Tagen online gestellt.

Bei Facebook findet ihr hier schon ein paar Bilder und Eindrücke:

http://www.facebook.com/pages/Faju_ekm/388167557943775?ref=hl