Erfahrungsbericht

Was macht man eigentlich bei einem FÖJ? – Mein erstes Bild, sah etwa so aus: Ich draußen, bei Wind und Wetter in der Natur, mit anderen FÖJlern. Die Realität war dann doch etwas anders. An der Stelle sei gesagt, da ich mir, mal von dem ersten imaginären Bild abgesehen, noch keine Gedanken gemacht hatte, was mich am 1. September in der GRÜNEN LIGA Thüringen erwartet. Ich hatte mich ja auch erst 3 Wochen vorher beworben. Damals vor fast genau einem Jahr – und das fühlt sich schon fast wie eine Ewigkeit an, bin ich ohne großes Vorwissen in’s FÖJ gestartet. Ich hatte nicht mehr als etwas Allgemeinwissen über Nachhaltigkeit und den Ökologischen Fußabdruck, hätte man mich gefragt was Demeter ist, ich hätte es wohl für ein englisches Längenmaß gehalten.

Die ersten beiden Monate war eigentlich nur ein Thema aktuell: „Mobile Mosterei“. Aber wie ist das eigentlich so, wenn man mal nicht Kunde, sondern Dienstleister ist? Mit meinen 18 Jahren konnte ich nur wenig bis gar keine Arbeitserfahrung zu diesem Punkt sammeln, klar macht man mal ein Praktikum, dass kann man aber nicht mit richtiger Arbeit vergleichen, wie ich jetzt weiß. Zugegeben am Anfang fiel es mir schwer, morgens halb 6 aus dem Bett zu kommen und dann einen ganzen Tag lang nach einem Zeitplan zu arbeiten. Wenn es irgendwann mal an Motivation mangelte, dann wohl bei den ersten Pressterminen an welchen ich beteiligt war. Es waren so viele neue Leute, Aufgaben und Eindrücke, dass es für mich als Phlegmatiker wohl etwas zu schnell ging, nichts desto trotz habe ich mich nach den ersten Terminen schon viel sicherer gefühlt, man kennt den Arbeitsplatz und weiß, was wann zu tun ist, von da an hatte ich viel Spaß auf der Mobilen Mosterei. Nur an das frühe Aufstehen werde ich mich wohl nie gewöhnen.

Im Büro gab es zu der Zeit nicht wirklich Platz für andere Themen, das Telefon klingelte fast ununterbrochen. Jeder interessierte Kunde war eine neue Herausforderung

Der Posteingang ist – mehr oder weniger – die einzige Konstante über das komplette Jahr die ich nennen kann. Es gab so viel Abwechslung da war ein bisschen Routine für meinen Tagesablauf nicht schlecht.

Was man vielleicht noch als Konstante nennen kann sind die Seminare, 5 sind es insgesamt über das Jahr verteilt. Man kann es sich wie eine Klassenfahrt vorstellen – nur irgendwie besser. Jedes Seminar hat ein Thema zu dem dann verschiedene Aufgaben bearbeitet werden, Es gibt Vorträge, Wanderungen, oder auch verschiedene andere Aufgaben, die mit den anderen FÖJlern absolviert werden. Ich hatte mit meiner Gruppe immer sehr viel Spaß und habe auch einige Freundschaften geknüpft, die über das FÖJ hinaus bestehen.

In den Wintermonaten wurde es im Büro ruhiger, zu Beginn des neuen Jahres durfte ich beim Baumschnitt bei zwei Birnenalleen helfen, leider konnte ich nur einen Tag dabei sein, da ich danach für mehrere Wochen aus gesundheitlichen Gründen ausfiel.

Als ich dann endlich wieder gesund war, gab es viel zu tun und es wurde auch langsam wärmer. Es musste Apfelsaft ausgeliefert werden, Aktionstage organisiert, Veranstaltungen besucht, und die Vorbereitungen für die Mosterei Saison 2015 beginnen wieder. Ich möchte an dieser Stelle gerne meinen Erfahrungsbericht beenden, da ich zwischen den vielen Projekten, Aktionen und Veranstaltungen an denen ich Teilnehmen durfte, keine Auswahl vornehmen möchte, es war immer eine andere Erfahrung, und jede auf ihre eigene Art etwas Besonderes.

Fest steht, dass ich die Zeit hier in der GRÜNEN LIGA am Goetheplatz 9b nicht missen möchte und sie mir eine wertvolle Erfahrung ist. Ich kann meine Einsatzstelle und das FÖJ allen jungen Menschen die vor ihrem Studium/Arbeitsleben mal etwas anderes sehen und erleben möchten nur wärmstens empfehlen!