Wie ist der bejm entstanden?

Übersichtskarte - zum vergrößern anklicken

Bis 1990 gab es in der "Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen" und in der "Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen" (wie in der anderen Kirchen in der DDR auch) eine gemeinsame Jugendarbeit unter dem Dach der Kirche. Verantwortet wurde sie von einer Jugenkammer, dessen Leiter die oder der Landesjugendpfarrer/in war, mit der Betreuung der Jugendmitarbeiter/innen in Gemeinden und Kirchenkreisen waren die Jungmännerwerke beauftragt. Daneben gab es noch kirchliche Arbeitsstellen wie das Mädchenwerk, die Schüler/innenarbeit, die Evangelischen Studentengemeinden, die teilweise in den Kirchenkreisen und auf Landesebene Mitarbeiter/innen hatten . Die Evangelische Jugend war - neben der in unserem Gebiet zahlenmäßig viel kleineren Katholischen Jugend - die einzige nicht der Herrschaft der SED unterstellte Jugendarbeit. Alle andere staatlich genehmigte und damit genehme Jugendarbeit fand - zumeist in Schulen - in der "Pionierorganisation Ernst Thälmann" und der "Freien Deutschen Jugend" (FDJ) statt. Dieser Freiraum der Evangelischen Jugend - von Jugendlichen und progressiven kirchlichen Mitarbeitenden immer weiter erstritten, von der kirchlichen Obrigkeit ängstlich behütet und von konservativen wie angepassten Kirchenmitgliedern oft verdächtigt - wurde in der ganzen Zeit der Existenz der DDR vom Staat bekämpft und führte folglich immer wieder zu Konflikten. Aber gerade deshalb erwuchsen daraus Menschen, die frei/er dachten, handelten und sich engagierten: In der Evangelischen Jugend waren viele Keimzellen der "Friedlichen Revolution" 1989/90.

Mit dem Jahr 1990 veränderte sich die Jugendarbeits-Landschaft rasant: Aus den Jungmännerwerken wurden CVJM, andere christliche Verbände gründeten sich (wieder) neu, so wie auch zahllose Neugründungen als "Freie Träger der Jugendarbeit" (Siehe auch Geschichte der Jugendarbeit).

Der Zusammenhalt drohte verloren zu gehen. Im Mai 1992 wurde deshalb die Evangelische Jugend in Thüringen“ (EJTh) auf dem Gebiet der Thüringer Landeskirche als Dachverband der Evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gegründet (grüne Gebiete in der Karte rechts). Die Geschäftsstelle befand sich zuerst im Haus des damaligen Thüringer Landesjugendpfarrers Christhard Wagner in der Barfüßerstraße 22 in Eisenach, später in der Marienstraße 57 und seit 2007 in Neudietendorf. Ihr Leitungsgremium war der Vorstand, die Vollversammlung hieß weiter "Jugendkammer".

Ebenfalls 1992 wurde die Einrichtung einer Koordinierungsstelle der Evangelischen Jugend der Kirchenprovinz Sachsen für deren Thüringer Gebiet (rote Gebiete) beschlossen. 1997 wird daraus die Geschäftsstelle der "Evangelischen Jugend der KPS in Thüringen" (EJKPSiTh), erst im Hinterhaus der Allerheiligenstraße 9 in Erfurt und dann in der Predigerstraße 3.

Auf der Gebiet der KPS in Sachsen-Anhalt sowie Sachsen und Brandenburg (hellrot) wurde kein Dachverband gegründet, die gemeinsamen Anliegen wurden weiterhin - wie auch bis 1991 in Thüringen - in der seit den 50er Jahren bestehenden "Jugendkammer", die ihren Sitz mit im Kinder- und Jugendpfarramt hat, koordiniert.

Am 29. 10. 2004 schließen sich EJTh und EJKPSiTh zusammen, die EJTh umfasste damit das gesamte Gebiet des Landes Thüringen. Es wird eine neue Satzung beschlossen, ein neuer Vorstand gewählt und die Jugendkammer heißt jetzt "Vertreter/innenversammlung". Die Evangelische Jugend in Thüringen ist da mit 153.000 Mitgliedern neben der Sportjugend der größte Jugendverband in Thüringen.
Am 16. 9 . 2006 während des ersten gemeinsamen "Evangelischen Jugendcamps" gründeten die EJTh und die in der Jugendkammer der KPS vertretenen Evangelischen Jugendverbände in der Kirchenprovinz Sachsen als gemeinsamen Dachverband den „Bund Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland“ (bejm).  
Als gemeinsame Organe werden in der Ordnung des bejm die Föderationsjugendkammer und der Vorstand aus Mitgliedern der Jugendkammer bzw. Vertreter/innenversammlung gebildet, die Geschäftsstelle erledigt die laufenden Aufgaben.

Die Evangelische Jugend Anhalts der Anhaltinischen Landeskirche (gelb) beteiligt sich nicht an dem Dachverband, kooperiert aber in konkreten Arbeitsfeldern. Das Dekanat Schmalkalden ist von Anfang an Mitglied in der EJTh.
2008 wurde die neue Ordnung erarbeitet, die für den bejm seit 2009 gilt. Am 5. 11. 2008 tagten die "Vertreter/innenversammlung" der EJTh und die "Föderationsjugendkammer" das letzte Mal und beschlossen deren Aufgehen im "bejm" zum 1. 1. 2009.
Am 20. 2. 2009 konstituiert sich die neue Jugendkammer, der Vorstand und die Vorsitzenden werden gewählt.
Im Gebiet der EKM gibt es nun eine gemeinsame Evangelische Jugend.

2013 wurde diese Struktur überprüft, wieder bestätigt und turnusmäßig die Vorsitzenden neu gewählt. 2014 beschloss die EKM ein Kinder- und Jugendgesetz (KiJuG), in dem es im § 4 heißt:
"Von der Landeskirche anerkannte evangelische Jugendverbände können mit der Wahrnehmung kirchlicher Aufgaben beauftragt werden. Sie können mit der Evangelischen Jugend einen Dachverband bilden."

In der Folge wurde die Ordnung des bejm überarbeitet und am 12. März 2016 neu beschlossen. Sie tritt am 1. 9. 2012 in Kraft.