Gesellschaft für Zeitgeschichte e.V.

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9. August 2011

Wir haben das Schreiben von Herrn Heise  vom 5. 8. 2011 an die Nachrichtenagenturen bezüglich der bestätigten Konzeption der Bildungs- und Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt und mit der unhaltbaren Anschuldigung an Frau Ingrid Renten im Wortlaut erhalten.

Die darin verbreiteten Behauptungen sind in dieser Weise falsch und führen zu wahrheitswidrigen Schlussfolgerungen.

Es ist beschämend, wie die Leidensgeschichte eines Opfers der SED-Diktatur missbraucht wird. Damit verliert Herr Heise jegliche Legitimation in seinem Eintreten für Opfer der SED-Diktatur.

Herr Heise stellte diese Behauptungen als Vorsitzender des „Freiheit e.V.“ in den Raum. Tatsächlich hat er damit der in der Entstehung befindlichen Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen und dem Verein „Freiheit e.V.“ immensen Schaden zugefügt, seine Glaubwürdigkeit und die Ihres Vereins hochgradig in Frage gestellt.


 

Herr Heise schreibt:

„Inzwischen ist bekannt geworden, dass ein Mitglied der AG Konzeption Andreasstraße sich der Staatssicherheit verpflichtet hat. Damit wurde der in der Entstehung befindlichen Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße immenser ideeller Schaden zugefügt, die Glaubwürdigkeit der AG und des TMBWK-Konzeptes hochgradig in Frage gestellt.“

Herr Heise schreibt das, obwohl er

  • seit 2007 von der Beschuldigten selbst genaue Kenntnis über die damaligen Vorgänge hat,
  • dies nicht als Hinderungsgrund gesehen hat, dass die Beschuldigte 2007 als seine Stellvertreterin im Vorstand von „Freiheit e.V.“ tätig war,
  • weiß, dass die von ihm Beschuldigte vollständig rehabilitiert ist – genauso wie er selbst
  • den offiziellen strafrechtlichen Rehabilitierungsbescheid kennt

Herr Heise weiß, dass die Beschuldigte während ihrer Haft in unmenschlicher Weise erpresst wurde, sich unter den gegebenen Umständen einer Mitarbeit entzogen hat und deshalb vollständig rehabilitiert wurde.

Es ist offensichtlich von Herrn Heise beabsichtigt, das Ansehen der Beschuldigten zu diskreditieren. Damit wird deutlich, dass das Schreiben von Herrn Heise einzig dem Zweck dient, die Beschuldigte zu verleumden, weil sie bezüglich der Bildungs- und Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt eine andere Position als er vertritt.

Herr Heise benutzt die Details aus ihrer Biografie und aus dem vertraulichen Gespräch nicht nur, um ihre Person anzugreifen, sondern um ihr auf die Andreasstraße zielendes Handeln und Engagement  zu diskreditieren. Herr Heise benutzt diese Details wider besseres Wissen in falschen Zusammenhängen, erzeugt damit bewusst falsche Schlussfolgerungen und täuscht so die Öffentlichkeit. 

Er greift damit in perfider Weise zu Mitteln, die denen gleichen, die von seinen Peinigern angewandt wurden.

Damit hat Herr Heise jegliche Legitimation in seinem Eintreten für Opfer der SED-Diktatur verloren.

Herr Heise stellt darüber hinaus die Erarbeitung der bestätigten Konzeption für die Bildungs- und Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt in ebenso die Wahrheit verdrehender und zu falschen Schlussfolgerungen führender Weise dar, auf die wir hier im Einzelnen nicht eingehen.

Wir fordern Herrn Heise auf,

  • unverzüglich die von Ihm gemachten Aussagen zu korrigieren
  • sich unverzüglich bei der Beschuldigten zu entschuldigen
  • seinen amtierenden Vorsitz im Beirat der Bildungs- und Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt niederzulegen

 

Gesellschaft für Zeitgeschichte