Im Unterschied zu den anderen Wahlen in Deutschland können bei den Gemeindekirchenratswahlen Jugendliche schon ab 14 wählen und in die Kirchenparlamente berufen werden. Sie können also schon als Jugendliche aktiv mitarbeiten. 

Gemeindekirchenrat: Jugendliche sind wahlberechtigt, wenn sie mindestens 14 Jahre alt und zum Abendmahl zugelassen sind.

Jugendvertreter können hinzuberufen werden. Sie müssen wahlberechtigt sein und dürfen zum Zeitpunkt der Berufung das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Jugendvertreter unter 18 Jahren haben Rede- und Antragsrecht; sie haben das Stimmrecht, sobald sie das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Kreissynode: Es gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die Jugendvertreter im Gemeindekirchenrat. Jugendvertreter unter 18 Jahren haben Rede- und Antragsrecht; sie haben das Stimmrecht, sobald sie das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Landessynode: Jugenddelegierte müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben, zum Abendmahl zugelassen sein und seit mindestens 6 Monaten einer Kirchengemeinde im Bereich der Landeskirche angehören. Zwei von ihnen haben das Stimmrecht. Die übrigen rücken im Rahmen der Stellvertretung gegebenenfalls in das Stimmrecht ein.

Anmerkung: Die verschiedenen Bezeichnungen „Jugendvertreter“ und „Jugenddelegierte“ haben über das oben Dargestellte hinaus keine besondere Bedeutung. Für Jugendvertreter/ Jugenddelegierte in Kreissynode und Landessynode ist auch die Bezeichnung Jugendsynodale üblich und zulässig.

Wahlrecht Jugendlicher und Jugendvertreter/Jugenddelegierte in kirchlichen Gremien der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

I. Gemeindekirchenrat:

Auszug aus der Verfassung:

Artikel 25: Zusammensetzung und Bildung des Gemeindekirchenrates

(1) Dem Gemeindekirchenrat gehören an:

...................

(3) 1 Die wahlberechtigten Gemeindeglieder wählen die Kirchenältesten in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl. 2 Wahlberechtigt ist, wer am Tag der Wahl das 14. Lebensjahr vollendet hat und zum Abendmahl zugelassen ist.

(4) Zum Kirchenältesten gewählt oder berufen werden kann jedes wahlberechtigte Gemeindeglied, das am Tag der Wahl das 18. Lebensjahr vollendet hat, seit mindestens sechs Monaten der Kirchengemeinde angehört, am Leben der Kirchengemeinde teilnimmt, nicht wegen eines kirchlichen Anstellungsverhältnisses durch Kirchengesetz von der Wählbarkeit ausgeschlossen ist und dem die Wählbarkeit nicht nach Artikel 29 Abs. 2 Satz 2 entzogen worden ist.

..............

(6) Der Gemeindekirchenrat kann beschließen, dass bis zu zwei Jugendvertreter, die nach Absatz 3 Satz 2 wahlberechtigt sind, mit Rede- und Antragsrecht an den Sitzungen des Gemeindekirchenrates teilnehmen.

Auszug aus dem Gemeindekirchenratsgesetz

(Neufassung gültig ab Oktober 2019)

§ 2 Abs. 1 Satz 2

Der Gemeindekirchenrat kann beschließen, dass bis zu zwei Jugendvertreter, die nach Absatz 3 Satz 2 wahlberechtigt sind, an den Sitzungen des Gemeindekirchenrates teilnehmen. Jugendvertreter dürfen zum Zeitpunkt der Berufung das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ruht ihr Stimmrecht und sie haben nur Rede und Antragsrecht.

 

II. Kreissynode

Auszug aus der Verfassung

Artikel 39: Zusammensetzung der Kreissynode

(1) Der Kreissynode gehören an:

........................

5.          bis zu zwei Jugendvertreter nach Maßgabe kirchengesetzlicher Regelung.

Auszug aus dem Synodenwahlgesetz:

§ 2 Zusammensetzung (der Kreissynode)

(1) Der Kreissynode gehören an:

...................

(4) An den Tagungen der Kreissynode nehmen zwei Jugendsynodale mit Rede- und Antragsrecht teil. Sie haben Stimmrecht, sobald sie das 18. Lebensjahr vollendet haben.

§ 8: Jugendvertreter

Die Jugendvertreter nach § 2 Abs. 4  werden auf Vorschlag des Jugendkonventes des Kirchenkreises oder eines vergleichbaren Zusammenschlusses vom Kreiskirchenrat berufen.

Die Mitglieder der Kreissynode werden von den Gemeindekirchenräten gewählt bzw. in die Kreissynode berufen.

 

III. Landessynode

Auszug aus der Verfassung:

Artikel 57: Zusammensetzung und Bildung der Landessynode

(1) Der Landessynode gehören an:

             ..................................

             10.        zwei bis sechs Jugenddelegierte gemäß Absatz 2,

             .....................

(2) Von den Mitgliedern nach Absatz 1 Nr. 10 üben zwei das Stimmrecht aus; bis zu vier weitere nehmen an den Verhandlungen der Landessynode mit Rede- und Antragsrecht teil.

.......................

(6) 1 Mitglied der Landessynode kann nur sein, wer am Tag ihrer Konstituierung mindestens 18 Jahre alt ist. 2 In die Landessynode gewählt werden kann nur, wer seit mindestens sechs Monaten einer Kirchengemeinde im Bereich der Landeskirche angehört.

Die Mitglieder der Landessynode werden von den Kreiskirchenräten gewählt bzw. in die Landessynode berufen.

Auszug aus dem Synodenwahlgesetz:

§ 15: Zusammensetzung und passives Wahlrecht

(1) Der Landessynode gehören als stimmberechtigte Mitglieder an:

         ...................

         10. zwei bis sechs Jugenddelegierte gemäß Absatz 2,

.....................

(2) Von den Mitgliedern nach Absatz 1 Nr. 10 üben zwei das Stimmrecht aus; bis zu vier weitere nehmen an den Verhandlungen der Landessynode mit Rede- und Antragsrecht teil.

(3) Mitglied der Landessynode kann nur sein, wer am Tag der Konstituierung der Landessynode mindestens 18 Jahre alt ist. In die Landessynode nach Absatz 1 Nr. 6 bis 8 und Nr. 10 gewählt werden kann nur, wer seit mindestens sechs Monaten einer Kirchengemeinde im Bereich der Landeskirche angehört; wählbar sind auch Gemeindeglieder, die nicht der Kreissynode angehören. Im Übrigen gelten für die Wählbarkeit die gleichen Voraussetzungen wie für die Wählbarkeit in den Gemeindekirchenrat.

§ 19: Entsendung der Lehrstuhlinhaber und der Jugenddelegierten

.......................

(2) Die Jugenddelegierten (§ 15 Abs. 1 Nr. 10) werden von den Jugendkonventen und den Studentengemeinden entsandt. Das Nähere bestimmt der Landeskirchenrat.

Auszug aus der Geschäftsordnung der Landessynode:

§ 5a Jugenddelegierte

(1) Die Jugenddelegierten (Artikel 57 Absatz 1 Nummer 10) bestimmen zu Beginn der Legislaturperiode, wer von ihnen nach Artikel 57 Absatz 2, 1. Halbsatz das Stimmrecht ausübt. Von den übrigen Jugenddelegierten wird jedem stimmberechtigten Jugenddelegierten jeweils ein erster und ein zweiter Stellvertreter zugeordnet, die bei Verhinderung des stimmberechtigten Jugenddelegierten in dieser Reihenfolge in das Stimmrecht eintreten.

(2) Die Jugenddelegierten teilen dem Präsidium die Festlegungen nach Absatz 1 spätestens zwei Wochen vor Beginn der konstituierenden Sitzung der Landessynode mit.

(3) Die Teilnahme- und Mitteilungspflichten des § 5 gelten für die Jugenddelegierten entsprechend.

§ 6: Beratende Teilnahme, Gäste

(1) An den Verhandlungen der Landessynode nehmen mit Rede- und Antragsrecht teil:

  1. .............
  2. die Jugenddelegierten, die nicht das Stimmrecht ausüben (Artikel 57 Abs. 2, 2. Halbsatz der Verfassung).

Sie haben alle Rechte eines Synodalen außer dem Stimmrecht; § 5a Absatz 2 bleibt unberührt. ...................