Thüringer Verdienstorden für ehemaligen Geschäftsführer des BEJM

Am Montag, 3. Juni 2019, wurde in der Staatskanzlei in Erfurt der Thüringer Verdienstorden verliehen. 'Zu den 3 Ausgezeichneten gehört auch Ulrich Töpfer, ehemaliger Geschäftsführer des BEJM.

In der Laudatio hieß es:

"Es gibt wenige Menschen in Thüringen, die sich so stark wie Ulrich Töpfer aus Meiningen politisch, kirchlich, sozial und zivilgesellschaftlich einbringen

1953 in Meiningen geboren, absolvierte er eine Berufsausbildung als Baufacharbeiter mit Abitur, verweigerte den Dienst an der Waffe und durchlief eine Diakonenausbildung im Johannes-Falk-Haus in Eisenach. Als Diakon und als Kreisjugendwart der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen war er bereits zu DDR-Zeiten ein entscheidender Wegbereiter demokratischer Werte. Anfang der 80er Jahre organisierte er freie Begegnungs- und Kommunikationsmöglichkeiten für junge Menschen in der Region Meiningen. 1982 initiierte er die Friedensgebete in Meiningen, woraus sich später der Gesprächskreis für Frieden und Ökologie entwickelte, der bis zum heutigen Tage besteht. Ebenso gründete er in Meiningen eine Basisgruppe der Aktion „Schwerter zu Pflugscharen", die zu einem festen Bestandteil der Friedensdekaden wurde. Ulrich Töpfer organisierte mit und für Jugendliche Veranstaltungen, die weit über die Grenzen der Jugendarbeit Anerkennung fanden. Er wurde eine prägende Persönlichkeit der Oppositionsbewegung der DDR.

In der DDR blieb sein hohes Engagement nicht ohne Folgen: „Zersetzungsmaßnahmen“ und Versuche der gesellschaftlichen Isolation waren die harten Reaktionen der Staatsicherheit. Doch trotz dieser Repressalien beteiligte er sich an der Vernetzung der Friedens- und Umweltgruppen in Thüringen und wurde deren Sprecher. Zudem war er Delegierter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen zur „Ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“, Mit-Initiator für die großen Friedensgebete und Demonstrationen 1989/90 in Meiningen, und er war maßgeblich beteiligt an der Auflösung der dortigen Staatssicherheit.

Die selbst erkämpften neuen Freiheiten wusste Ulrich Töpfer sofort zu nutzen: 1989 war er Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs in Meiningen sowie 1990 Gründungsmitglied der Grünen in seiner Heimatstadt. Für Bündnis'90/Die Grünen war er von 1990 bis 1999 Fraktionsvorsitzender, und seit 2004 vertritt er seine Partei auch im Kreistag Meiningen.

Auch nach der Friedlichen Revolution blieb Ulrich Töpfer in der Jugendarbeit aktiv. Der Aufbau der Jugendhilfe und der jugendpolitischen Strukturen im Freistaat sind in jeder Hinsicht eng mit seinem Engagement verknüpft. Dazu gehören unter anderem die Gründung und der stellvertretende Vorsitz des Landesjugendrings Thüringen e.V. und die über 20-jährige aktive Mitgliedschaft im Landesjugendhilfeausschuss Thüringen.

Neben seiner Berufung zum Geschäftsführer des Bundes evangelischer Jugend in Mitteldeutschland 2009 sorgt er mit vielen weiteren Engagements für ein gutes und solidarisches Miteinander. So ist er Vorsitzender des Eine-Welt-Vereins in Meiningen, Mitglied des Freundeskreises Asyl, Moderator des Meininger Bündnisses für Demokratie und Toleranz, und er war in der letzten Legislatur ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister in Meiningen.

Ein wichtiges Anliegen ist die Förderung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs; so bietet Ulrich Töpfer als Leiter der Arbeitsgemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge den Neuankömmlingen einen guten Start in Thüringen.

Ulrich Töpfer ist ein Motor für Toleranz, Vielfalt und Menschlichkeit in Thüringen. Mit dem Thüringer Verdienstorden wird sein beispielgebendes Engagement gewürdigt." (Quelle: Thüringer Staatskanzlei )

 

Alle Informationen zum Verleih des Verdienstordens und seinen Empfängern lesen Sie hier:

/www.staatskanzlei-thueringen.de/