Erste gemeinsame Jugendmitarbeiterinnen- und Jugendmitarbeiterkonferenz der EKM

Was als spielerisches Kennen lernen am Anfang gedacht war, wurde zu einem Symbol für die Tage: Jede und jeder Mitarbeiter/in der Kinder- und Jugendarbeit aus Thüringen und Sachsen-Anhalt gab jeder und jedem die Hand. Es dauerte, bis diese am ersten Abend Runde zu Ende war, aber die Mitarbeiter/innen, die sich vom 9. bis 13. Januar im Schierke zu ihrer Jahreskon­ferenz trafen, fanden zu einer Gemeinschaft zusammen. Dabei war diese erste gemeinsame Konferenz anfangs von viel Skepsis begleitet gewesen: Es wird alles viel zu groß und unüber­sichtlich, gewachsene Beziehungen brechen weg, wir sind so viele Teilnehmer, dass keine gemeinsame Atmosphäre entstehen kann – so die Bedenken mancher.

Aber es zeigte sich, dass es völlig richtig war, im Zuge der Föderation der Kirchen in Mittel­deutschland die Fachkonferenz der Jugendarbeit, die es schon seit vielen Jahren jeweils in den beiden Landeskirchen gibt, zusammenzulegen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Salzwedel bis Hildburghausen, von Eisenach bis Bad Liebenwerda, aus den Landeskirchen Thüringen, Anhalt und der Kirchenprovinz Sachsen waren in den fünf Tagen gemeinsam am Thema „Protes­tantisch auf gutem Grund“ dran, sie diskutierten, redeten, sangen miteinander in einer angeneh­men und konstruktiven Stimmung. Natürlich wurden auch Probleme kritisch angesprochen, die „Konsolidierung“ bis 2012, die schlimmstenfalls eine Kürzung um 35% der Jugendarbeit auf der Landesebene bedeutet. Dies und anderes wurde mit den Vertretern der Kirchenleitung, Bischof Dr. Kähler aus Eisenach, Oberkirchenrat Frühwald aus Magdeburg, zuständig für Personal, Oberkirchenrat Wagner aus Eisenach und Kirchenrätin Mücksch, zuständig für Bildung und Arbeit mit Kindern, Konfirmanden und Jugendlichen, angesprochen.
Aber genauso intensiv wurde um Ziele und Wege evangelischer Jugendarbeit gestritten, was heißt „protestantisches Profil“ auf dem Lande und in der Offenen Arbeit, in politischer und gesellschaftlicher Verantwortung, in der Ökumene, in Gemeinschaft und Spiritualität. Gut, dass die Gäste aus der Kirchenleitung nicht nur zu Strukturfragen redeten,

sondern auch OKR Frühwald eine Bibelarbeit zum Thema beitrug und Bischof Kähler von „Visionen und Ausblicken“ sprach. Das Einstiegsreferat „Leben mit und gegen den Trend – Potentiale evangelischer Jugendarbeit“ von Michael Freitag, Referent bei der aej (Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend auf Bundesebene) regte zum nachdenken über die eigene Arbeit an, und noch mehr die engagierte biblisch-theologische Grundlegung von Curt Stauss, Pfarrer in Merseburg und vor längerer Zeit Landesjugendpfarrer in der KPS.

Die „Tagungsband“, die sich spontan aus Mitarbeiter/innen der KPS, Thüringens und Anhalts zusammenfand, Sabine Henke aus Dortmund mit einem Kabarett-Abend „Lieber eine offene Kirche als eine geschlossene Anstalt“ und die gute Stimmung trösteten über den zwar wunder­schön gelegenen, aber nicht gerade gemütlichen Tagungsort in der Jugendherberge Schierke hinweg. Und leider konnte bei dem dichten Programm der märchenhafte Winterwald des Harzes nur bei einer dreistündigen Erkundung mit Rangern des Nationalparks genossen werden.

Auf die Kinder- und Jugendarbeit, insbesondere auf der landeskirchlichen Ebene, werden in nächster Zukunft viele Veränderungen im Zuge der immer rasanter zusammengehenden Landes­kirchen zukommen. Dieser zukunftsträchtige Arbeitsbereich wird dabei auch von Einsparungen, gleichzeitig im kirchlichen Haushalt und bei staatlicher Förderung bedroht sein. Die Konferenz hat gezeigt, wie groß das Potential ist, das mit Kindern und Jugendlichen Kirche und Wege im Glauben und Leben gestalten will. Die Synoden und die Kirchenleitung sind gut beraten, wenn sie es wahrnehmen und erhalten. Und die Mitarbeiter/innen werden die Veränderungen so gestalten müssen, dass sie den Kindern und Jugendlichen zugute kommt. An der Zusammenarbeit dürfte es eigentlich nicht liegen – das hat die Konferenz gezeigt.

Pfarrer Curt Stauss hielt dort am 10. Januar einen Vortrag zum Thema „Protestantische Jugendarbeit auf gutem Grund".